Die größte Hürde ist genommen!

Heute war er nun, der Termin im amerikanischen Konsulat in Berlin. Einige Horrorgeschichten in Bezug auf lange Wartezeiten und querstellendes Personal hab ich im Vorfeld schon gehört, aber ich muss sagen, wenn man gut vorbereitet ist, gibt es absolut keine Probleme. Aber immer langsam:

Mein Termin war auf 10:00 Uhr vereinbart, da ich ja im Vorfeld schon erfuhr, dass es nicht wenig Leute sind, die sich Tag für Tag im amerikanischen Konsulat um ein Visum bewerben, habe ich mich entschlossen recht frühzeitig da zu sein.

Der Plan ging auf! Pünktlich um 8:40Uhr stand ich vor den Toren des Gebäudes mit der amerikanischen Flagge in der Clayallee 170. Ich hab mir während der Anfahrt die ganze Zeit gedanken gemacht, ob ich das Haus auch auf Anhieb erkennen werde. Aber glaubt mir, das ist absolut kein Problem! Eine deutsche permanente Polizeistreife, als auch eine kleine Personenschlange gaben mir die Sicherheit, am Ziel zu sein. Für diejenigen an euch, die eventuell auch einmal dort hin müssen: Schaut euch auf den Seiten des Konsulats um und informiert euch über Bestimmungen, die es einzuhalten gilt, sobald ihr dort rein wollt! Es sind keine elektronischen Geräte erlaubt, darunter fallen auch Laptop oder Handy. Rucksäcke sind ebenso verboten, lediglich kleine Handtaschen dürfen mit rein genommen werden. Andernfalls wird man zurückgeschickt und man muss sehen, wo man seine Sachen deponiert – vorhandene Schließfächer stehen nur amerikanischen Bürgern zu. Aber wie gesagt, wenn man das weiß, gibt es keine Probleme.

Lachen musste ich, als ein Päarchen wieder rausgeschickt wurde und die Freundin anfing, ihre Tasche zu leeren. Angefangen bei Handy und MP3-Player, sah ich es noch mit leichtem Schmunzeln, das Haarspray quitierte ich ebenso mit einem kleinen amüsierten Stöhnen, als dann aber eine Schere zum Vorschein kam musste ich doch laut loslachen. Wie gesagt, informiert man sich vor seinem Besuch, geht nichts schief.

Ich stand nun meine halbe Stunde in der Warteschlange vor dem Gebäude, bis ich dann endlich rein durfte. Ich muss dazu sagen, dass sich vor dem Haus, bevor ich kam, gerade mal ca. 20 Leute standen. “Ach, ohne Tasche. Das sind mir die liebsten!”, meinte dann die mich einweisende Beamtin und bestätigte meine gute Vorbereitung.

Doch drin dann eine kleine persönliche Aufregung. Es ist der Fall, dass man einen ausreichend(!) frankierten Briefumschlag mit bei haben soll. Allerdings ist nicht rauszufinden, was “ausreichend” bedeutet. Also nahm ich einen stinknormalen Briefumschlag und sabberte eine zugehörige 55-cent Briefmarke an. Klar, Murphy’s Gesetz, wäre nicht Murphy’s Gesetz, wenn 55-cent nicht zuwenig wären…

Da ich zusammen mit einem weiteren Herren das Konsulat betreten musste und wir gleichzeitig an dem Tisch standen, fragte ich ihn eben nach Briefmarken. An dieser Stelle möchte ich ihm großen Dank widmen, da er mich mit einem geeigneten Din-A5 Briefumschlag und 3 55-cent Marken aushalf. Ich versicherte ihm, das Geld zu geben, sobald ich raus bin – immerhin war auch mein Portemonaie im Fahrzeug. Doch leider war er vor mir dran und dementsprechend schnell auch aus dem Haus wieder raus. Deshalb an dieser Stelle: Vielen Dank Herr M. Knorr!

Man möge jetzt denken, er schien besser vorbereitet als ich, doch weit gefehlt. Er fragte mich, wo er seine Unterschrift setzen müssen. Naja, wir sind alle nicht unfehlbar :)

Danach hieß es dann Dokumente ordnen, zum ersten Officer gehen, danach zum Check-In mit dem nächsten Mitarbeiter reden, dann wiederum zum Fingerabdruck geben und schlussendlich zum Interview, dass gerade mal 5min dauerte. Alles natürlich immer von Wartephasen unterbrochen. Aber immer war es eine nette und zuvorkommende Umgangsweise.

Um 11:15Uhr, also nach ca. 2,5h betrat ich wieder deutschen Boden mit der Bestätigung, dass mein Visa bewilligt ist und ich jenes in den kommenden Tagen zugeschickt bekomme. Somit sind die größten Hürden nun endlich genommen und ich kann beruhigt den Flug am 14.10. angehen.

Link: Diplomatische Vertretungen der USA in Deutschland
Link: Visabeantragung – Diplomatische Vertretungen der USA in Deutschland

Tags »

Autor: Pedda
Datum: Donnerstag, 27. September 2007 15:36
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Visum

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

4 Kommentare

  1. 1

    Schikane nenne ich sowas.

    Die wissen halt, dass man was von ihnen will, und geben sich erst gar keine Mühe, irgendwie nett zu sein. Das ist schon schlechter Stil.

  2. 2

    also wie gesagt, es war immer freundlich und nett. in der hinsicht kann ich mich nicht beschweren. ist das so nicht rübergekommen?

    das einzige was halt nervig ist, ist der gesamte papierkram im vorfeld, ansonsten im konsulat wars gut.

  3. 3

    Oh, ich meinte keineswegs die Art und Weise, wie man dir als Antragsteller persönlich begegnet ist, sondern die Art und Weise, wie man gegängelt wird. Briefmarken, um nur ein Beispiel zu nennen, gibts zu kaufen, und auch amerikanische Konsulatsmitarbeiter dürfen welche haben. Die könnte man dann gleich im Konsulat gegen Geld an die Antragsteller abgeben, ohne jemanden wegen einer läppischen vergessenen Briefmarke (!) dazu zu zwingen, den Terminmarathon noch einmal zu durchlaufen. Das meine ich mit Schikane.

    Mit anderen Worten: du wärest nicht so fröhlich da wieder rausspaziert, wenn du eine Briefmarke vergessen und sie im Gebäude nicht bekommen hättest… und die freundliche Art der Konsulatsmitarbeiter wäre dir wahrscheinlich auch nicht aufgefallen.

  4. 4

    Ah, alles klar, jetzt versteh ich.

    Ich weiß was du meinst, muss aber speziell für die Briefmarken das ganze klarstellen. Beim Verlassen des Gebäudes fiel mir auf, dass es einen Briefmarkenautomaten direkt im Haus gibt. Schätze, wenn ich einen Beamten gefragt hätte, dann hätte er mich drauf hingewiesen.

    Aber dennoch versteh ich deinen Einwand, wobei ich auch gegenhalten muss, dass man vorab informiert wird, was man alles dabei haben soll (gut, der genaue Wert für die Frankierung war nicht dabei, sonst aber schon alles) und ich hab es dennoch erlebt, dass dort Leute nicht alle erforderlichen Materialien dabei hatten und wieder gehen durften. Sicherlich wirkt das hart, aber viel anders ist es ja bei unseren Behörden auch nicht. Wenn du bestimmte Dinge nicht dabei hast (wie beispielsweise einen Einkommensnachweis – den dort jemand vergaß), dann musst dir halt auch nen zweiten Termin holen.

    Gut, bei deutschen Ämtern liegen keine 3 oder 4 Wochen zwischen Terminbestellung und Terminantritt und meist ist man nicht allzu sehr unter Druck, wie es bei mir (und auch bei allen anderen USA-Praktikanten vom HPI) war. Aber wie gesagt, ich kann dich verstehen, hab aber auch zum Teil Verständnis für die Konsulatsbeamten.

    Und dass die Ami’s es mittlerweile in Sachen Sicherheit übertreiben, ist ja auch allgemein bekannt. Jedoch nicht mal ein Telefon oder MP3-Player mit ins Gebäude nehmen zu dürfen ist in meinen Augen lächerlich.

    Naja, wie auch immer, ich habs durchstanden. Bin mal gespannt wie der Umgang mit den lokalen Behörden sein wird.