Beiträge vom November, 2007

Tränen in den Augen

Freitag, 9. November 2007 3:39

Ja, ganz recht. Heute hats mir das Wasser in die Augen geschossen. Glücklicherweise allerdings nicht wegen dem Auto!

Heute stand angeordneter Team-Lunch an. Das heißt, wir sind zu acht, also dem Entwicklungsteam, in dem ich bin, zum Mittag in ein karibisches Restaurant gegangen. Ich bin ja schon etwas kulinarisches Essen gewöhnt, immerhin haben Antje und ich unseren Stamm-Inder bei dem wir mit unregelmäßiger Regelmäßigkeit unser Geld im Tauschen gegen Brot und andere Kleinigkeiten dalassen. Hinzu kommt, dass die indische Küche mitunter recht scharf sein kann, was mich für üblich nicht abschreckt und ich auch ganz gern mal etwas schärferes esse.

Ich mir also frohen Mutes ein Chicken Curry bestellt. Als die Bedienung mich noch nach “Mild, Medium or Hot” fragte, hab ich männlich und unerschrocken wie ich bin ein “Medium” zurückschallmeit! Was ich dann allerdings bekommen hab, hätte ich noch weit hinter “Hot” eingeordnet. Die ersten Bissen waren noch sehr erträglich, aber dann ging es schlagartig los! Mir stand das Wasser in den Augen, ich hab Flüssigkeit versucht im Mund zu halten – zum kühlen und versucht mehr Reis zu essen. Offensichtlich scheinen die aber auch den Reis zu würzen, so dass ich auf die brennende Zunge noch ordentlich Öl gießen konnte! Es wurde dann dermaßen stark, dass  sogar meine Lippen anfingen zu brennen.

Ich muss sagen, ich hab seit Ewigkeiten nicht mehr so langsam gegessen, was am Schluss auch zur Kapitulation führte. Auf meine Nachfrage, ob es wirklich nur medium gewesen sei, wurde mir ein ungläubiges “Yes, it was” entgegengeworfen. Neben mir hatten noch 2 andere das gleiche bestellt, die jedoch meinten, dass sei nichtmal annähernd scharf gewesen. Entweder hab ich noch zu viele Geschmacksnerven oder ich besitze einen überempfindlichen Mundraum, auf jeden Fall heißt es bei mir ab jetzt bei karibischen Essen: “The mild one, please”

Mehr oder minder erfreuliches kann ich auch vom Auto berichten. Die Sache mit der Überhitzung sei kein Problem, da die Kühlung ordentlich anspringt, sobald die ganze Maschine zu heiß wird und somit keine Überhitzung des Motors stattfinden kann. Da mir die Leute der Werkstatt sehr kompetent vorkamen und ich sogar ein Vergleichspapier bekommen hab, das orginal von Ford ausgestellt wird, mache ich mir ab jetzt keine Sorgen mehr.

Ein Wehrmutstropfen bleibt jedoch: der Keilriemen muss gewechselt werden, wodurch zu meinen $140, die ich für die Überprüfung bezahlen werde, noch weitere $160 hinzu kommen und ich somit $300 für eine Reparatur bezahlt habe, die hoffentlich mein Fahrzeug für die nächsten Monate am Fahren hält.

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor: Pedda

Das Auto macht Probleme …

Donnerstag, 8. November 2007 4:23

Wie ihr wisst ist mein Auto nun nicht das neueste und vielleicht auch nicht das kompletteste. Schon der Verkäufer meinte zu mir, dass der Motor etwas heißer als üblich wird, das aber kein Problem sei. Ich nahm es hin ohne weitere Nachprüfung. Offensichtlich war das ein Fehler! Da ich jedoch keine Ahnung von Autos, geschweige denn vom Innenleben unter der Motorhaube habe, hätte jeglicher Versuch einer Nachforschung unweigerlich zu einem schweigenden Hinnehmen der Tatsache geführt. Nun werde ich wohl die Quittung dafür erhalten.

Da ich einen anderen Praktikanten heut zu einer Garage gefahren hab, da er ein Auto untersuchen lassen wollte, hab ich die Gelegenheit genutzt und nachgefragt, warum mein Fahrzeug kränkelt. Es stellt sich zum einen heraus, dass der Keilriemen dringendst gewechselt werden muss (mir wurde erklärt es gibt in Ami-fahrzeugen 2 Keilriemen, wobei einer für die elektronischen Hilfen zuständig sei – bei Reißen des gleichen würde also kein ABS, kein Bremsassistent, keine Servolenkung und keine Ahnung was noch alles zur Verfügung stehen). Hinzu kommt, dass es für das Hitzeproblem 5 unterschiedliche Auslöser geben kann, wobei sie von relativ günstig bis schei** teuer reichen können. Zählt man nun noch die Türklinke auf der Fahrerseite dazu, die auch gemacht werden könnte, kann es passieren, dass ich glattweg nochmal soviel ausgeben muss, wie ich für das Auto bezahlt habe.

Morgen werde ich bei der Werkstatt nochmal anrufen und dann mein Vehikel mal dort lassen. Erstmal nur zum check. Wenn das Ganze dann zu teuer wird, muss ich wohl überlegen, ob ich es nicht wieder loswerden kann und mir dann später ein Neues hole. Doof doof doof, denn momentan habe ich überhaupt kein Geld mehr und die erste Lohnzahlung ist für Ende November angekündigt.

Ich bin mal gespannt, wie die Sache ausgehen wird.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor: Pedda

Büro und Wohnung

Sonntag, 4. November 2007 2:46

In der Woche hab ich mal die Gelegenheit genutzt und hab meinen Arbeitsplatz abgelichtet. Da ich jetzt gerade auch nicht so viel zu tun hab, gibts gleich noch ein Video von meinem Zimmer hinterher.

Das Büro ist quasi ein kleiner Bereich mit Schreibtisch, Schrank und Beistellschrank. Wie man sieht, schließt sich gleich ein weiterer Desk an. So siehts im ganzen Gebäude aus. Es sei denn, man hat eine wichtigere Position, dann bekommt man seinen eigenen Raum mit Fenster. Ich hab schon echt Glück, dass ich den Fensterblick auf den Innenhof hab, der Schreibtisch neben mir hat direkt vor sich eine kleine Wand, so dass dort wieder kein Blick nach draußen möglich ist.

Zum Zimmer: naja, es ist mal eben spontan ein Video gemacht. Ich hab meinen Bereich (Bett und Tisch) nicht unbedingt aufgeräumt, aber das muss ich ja auch nicht, solange ich eh nur hier rumliege. Sobald ich dann das neue Zimmer hab und wenn es wieder heller draußen ist und ich Bilder vom Haus gemacht hab, stell ich diese dann in das gleiche Webalbum.

Link: Picasa Webalbum – Büro und Zimmer

Thema: Allgemein, Arbeitsleben | Kommentare deaktiviert | Autor: Pedda

Ein paar Erfahrungen

Sonntag, 4. November 2007 2:28

Da ich dieses Wochenende nutze, um meinem Rücken komplette Ruhe zu gönnen, dachte ich mir, kann ich mal ein wenig über Erfahrungen berichten, die ich nun in der Zeit schon gesammelt hab.

Als erstes möchte ich da auf das Erdbeben hinweisen. Man hat mir gesagt, es gab sogar einige Nachrichtenmeldungen darüber im deutschen Fernsehen. Nun ist es ja nicht mein erstes Beben, dass ich mitmache. Jan erinnert sich da jetzt bestimmt auch an das kleine Beben in der Türkei. Aber damals war das Beben relativ weit entfernt und bei weitem nicht so stark, wie das am Anfang dieser Woche. Mit einem Wert von 5.6 auf der Richterskala lag das Epizentrum ca. 10 Meilen von hier entfernt. Soll heißen, es hat ordentlich gerüttelt. Erst dachte ich noch, am Haus würde ein LKW vorbei rasen. Dann im nächsten Moment dachte ich mir, dass es keinen LKW gibt, der so lange Erschütterungen auf ein Haus ausüben kann. Als ich dann merkte, dass sowol Lampe, als auch das Bild über meinem Bett etwas stärker anfingen sich zu bewegen, war mir bewusst, dass es ein Beben sein muss. Erstaunlicherweise ging es nur 10 oder vielleicht 15 Sekunden, aber ich hatte die ganze Zeit nur das Gefühl: “Hör auf …” und im nächsten Augenblick: “Ich kann nichts dagegen tun …”. Das Ganze klingt jetzt etwas dramatisch, aber mir war schon mulmig.

Zum Glück muss man sagen, dass nichts weiter passiert ist. Es wurden in der Gegend um San Jose einige Dinge umgeworfen, aber es gab keine Verletzte und keine größeren Schäden. Ja, auch keine Tote!

Das Nächste folgte dann sogleich auf den nächsten Tag. Noch nichtmal 24h nach dem Beben … ich lag wieder im Bett, telefonierte gerade mit Antje über Skype, als auf einmal das Licht anfing zu flackern, die Internetverbindung abbrach und sich mein Akkubetrieb mehrmals zu Wort meldete. Nach 2 oder 3 mal Flackern, saß ich dann komplett im Dunkeln … “Du bist ja auch in Californien” wird der ein oder andere jetzt sagen. Ich muss eingestehen, dass ich das gleiche auch dachte! Ich glaub ca eine halbe Stunde haben wir dann hier im Dunkeln gesessen, inklusive der gesamten Straße. Übrigens: die Internetverbindung war erst 24h später wieder vorhanden.

Gestern war ich dann noch im Kino, zu “American Gangster”. Ich kann den Film nur weiterempfehlen. Sehr gut gemacht, sehr spannend. Warum ich das erwähne? Weil es mein erster Film in einem amerikanischen Kino gewesen ist. Gut, dass ist jetzt nicht so spannend… aber festhalten wollte ich es dennoch. Was komisch hier ist: Wenn man sich ein Ticket kauft, kauft man sich damit keinen festen Platz … Das heißt, man muss sich seinen Sitzplatz dann selber aussuchen. Frei nach dem Motto: First come, first serve. Danach hat sich mir dann auch erschlossen, warum es Platzanweiser in Kinos gibt.

Das waren im Grunde die Attraktionen, die ich diese Woche hatte. Nebenbei erwähnt, find ich es unheimlich stark, früh morgens mit dem Auto auf dem Freeway zur Arbeit zur fahren. Im Rücken die Sonne, in der Front die Berge und dazwischen aufkommender Nebel. Klasse Eindruck. Ach und noch was, beim vorletzten Satz fällt die übermäßige Verwendung von z bzw. y auf. Wie erwähnt, habe ich von SAP ein Notebook gestellt bekommen … ein amerikanisches … zu Hause, und auch jetzt, nutze ich mein deutsches Notebook. Ich sag euch, dass ist ein Krampf, sich jedes mal umzustellen. Besonders fällt das halt immer wieder bei z und y auf. Aber auch die Umlaute machen mir sorgen, da so Texte, die ich Anfang eines Tages verfasse, wie kryptische Überlieferungen aussehen, da an jeder Stelle eines Umlauts die wüstesten Zeichen stehen. Aber irgendwann, werd ich das wohl auch noch überwinden können!

So, das waren erstmal wieder meine 2 Cent zum Verlauf der Woche.

Nachtrag: Eine Sache muss ich noch loswerden! Solltet ihr jemals nach Amerika gehen, seid gewarnt vor dem Klopapier. Das ist unfassbar, aber Amis scheinen dünnes Klopapier zu lieben … Obwohl die Dinger auch 3-lagig sind, sind sie in der Höhe, so dick wie bei uns eine Lage … Jan erklärte mir, dass Amerikaner sogenannter “Knüller” sind. Ich hingegen zähle mich zu den “Faltern” und ziehe das auch hier weiter durch! Auch wenn sich dadurch der Verbrauch an Klopapier steigern sollte. Das ist meine kleine Revolution gegen die Scheisshauspapierindustrie in den Staaten!

Link: Recent Earthquakes – Information on Event
Link: Recent Earthquakes (Übersicht aller Aufzeichnungen in der Gegend)

Thema: Allgemein, Arbeitsleben | Kommentare deaktiviert | Autor: Pedda

Zeit für ein paar Dankeschöns

Freitag, 2. November 2007 4:19

Nach nun fast 3 Wochen im neuen Land möchte ich die Zeit nutzen ein paar Leuten zu danken, die mir das Ganze ermöglichten und mir beiseite stehen. Anfangen möchte ich dabei bei meiner Familie:

Meine Eltern und meine Schwester standen immer hinter mir, haben an mich geglaubt und ich bin der Meinung, sie waren auch diejenigen, die schon Jahre zuvor gewusst haben, dass dieses Praktikum stattfinden wird. Besondere Worte möchte ich für meine Mama finden. Wir hatten ein Gespräch, kurz bevor ich abgeflogen bin. Da unterhielten wir uns darüber, dass es andere als mutig ansehen, was ich mache. Ich sagte, ich könne das nicht verstehen. Sie meinte zu mir, eine bestimmte Zeit in einem anderen Land, komplett allein, ohne Familie und Freunde zu verbringen benötigt Mut. Ich möchte das jedoch heute relativieren. Ich glaube, den weitaus größeren Mut müssen Mütter aufbringen. Einen Sohn gehen zu lassen, obwohl es ihnen weh tut und obwohl sie wissen, dass der Kontakt nicht mehr so regelmäßig stattfinden kann bis dato. Ich bin davon überzeugt, dass meine Mama viel mehr Mut aufgebracht hat, als ich momentan im Stande dazu wäre.

Weiterhin danke ich meinem Papa, der für mich da war in den zwei ersten Wochen. Mir geholfen hat, ein Auto zu finden, eine Wohnung zu bekommen und mich in anderen Fragen einfach beraten konnte. Auch jedes Wort, dass er zu mir sagte ist für mich von unheimlichen Wert. Paps, ich werde mir jedes einzelne zu Herzen nehmen. Die Zeit die er hier war, war super und ich freu mich schon darauf, die ganze Familie hier begrüßen zu können.

Darüberhinaus möchte ich noch Antje danken. Ich weiß, dass es für dich hart ist, durchaus auch härter als für mich. Aber ich bin froh, dass du da bist – wenn ich dich brauche und einfach mal quatschen möchte und natürlich zu jeder anderen Zeit. Sie steht für mich mitten in der Nacht auf, nur damit wir uns sehen können. Ich denke, wir werden die jetzige Zeit gut überstehen können. Und ich hoffe, egal welche Entscheidung ich treffen werde, wirst du weiterhin hinter mir stehen.

Ganz am Ende sende ich ein “Dankeschön” an alle, die mir Glück gewünscht habe, mich beraten haben und mir auf die ein oder andere Weise geholfen haben.

Vielen vielen Dank!

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor: Pedda