Sonntag, 2. Dezember 2007 7:58
Heute war ein recht sonniger, wenn auch kühler Tag. Ein perfekter Tag, um sein Auto waschen zu lassen. Da ich noch einen Gutschein für eine komplette Innen- und Außenreinigung für $10.99 besaß, beschloss ich nun das Fahrzeug in vertrauensvolle Reinigungskräftehände zu geben.
Es war beeindruckend, wie sich 5 Mexikaner um ein Auto tummeln, hineinkrabbeln, putzen, wischen und sprühen und am Ende das Auto doch tatsächlich eine klarer Farbe annimmt. Auch der Blick von innen nach außen war nun nicht mehr getrübt und vermittelt die Umwelt in bestechend klarem HD-Bild.
Dennoch hatte ich kein gutes Gefühl bei der Sache. Schon als ich noch mein Auto unter fließendem Wasser gesehen habe, dachte ich mir, dass es keine so gute Entscheidung gewesen sein könnte, das Fahrzeug zum glänzen bringen zu lassen.
Und was soll ich sagen? … Never clean a running car!
Da meine weitere Planung ein Aufsuchen einer sogenannten “Mall” (nichts weiter als ein riesiges Einkaufszentrum) beinhaltete, machte ich mich also unvermindert auf den Weg. Schön im Sonnenschein Richtung Berge. Es sind ca 20 Meilen von Lorenzos Autowäsche bis zur Einkaufsmeile … 19.9 hatte ich schon absolviert, als mein Blick aufs Instrumentenpanel fiel und ich mit Entsetzen feststellte, dass sich die Temperaturnadel im roten Bereich wiederfand. Mein erster Gedanke war nun, dem Motor Fahrtwind zu gönnen. Also bin ich auf den nächsten Freeway und ein paar Meter gefahren. Das Ganze hatte den gleichen Effekt, wie aufgebrühten Tee in das Kühlsystem zu kippen!
Ich mich also entschieden, einfach runter vom Freeway zu fahren und einen Parkplatz zu suchen! Mittem im Nirgendwo, stand ich nun in einer mir vollkommen unbekannten Wohngegend in meinem Saunaauto. Ich öffnete die Motorhaube und sah schon leichten Dampf direkt aus dem Kühlflüssigkeitsbehälter aufsteigen. Mein geschulter KFZ-Mechaniker-Blick verriet mir, dass ich keine 100 Meter hätte weiter fahren sollen…
Also war mein nächster Gedanke, jemanden anzurufen … was an der Frage des: “WEN?” scheiterte. Meine Vermieter hab ich nicht erreicht und von einem anderen Praktikanten, der potenzielle Ahnung von Autos (er hat mehr Ahnung von Motoren als ich … wobei das auf jeden Menschen der Welt zutreffen dürfte) besitzt, hatte ich keine Telefonnummer. Nun saß ich da, irgendwo in der Nähe der scheiß Mall, geschätzte 1000 Meilen von meinem Wohnort entfernt und wusste nicht was zu tun war.
Wie ein alter Indianer entschied ich mich für die Aussitzen-Taktik. Ich wartete ca. eine halbe Stunde, nutzte die Gelegenheit meine Handykarte aufzuladen und testete zwischendurch immer wieder, wie heiß der Motor ist. Nachdem schlussendlich die Nadel nur noch den halben Weg bis zum bösen roten Bereich zurücklegte entschloss ich mich, gen Wohnung zu fahren.
20 Meilen sind ja soooo lang!
Nachdem ich die erste Hälfte wunderbar ohne Überhitzung aushielt, merkte ich dann doch, dass sich die Nadel wieder stetig in ihren geliebten Bereich bewegte. Als ich schlussendlich angekommen bin, den Motor ausstellte und diverse blubbernde Geräusche vom Motorraum aus dem Fahrzeuginnenraum heraus wahrnahm, stieg ich aus, schloss die Tür auf und entschied mich, das Auto für 1.5 Stunden nicht mal mehr mit dem Hintern anzugucken!
Naja am Ende hab ich dann meinen Vermieter mal gefragt, was sein könnte. Wir haben erstmal den Behälter für die Kühlflüssigkeit mit Wasser aufgefüllt (welcher bei der Reparatur schon voll gemacht wurde) und er wird morgen mal den Kühlerdurchspülen. Entweder bleibe ich dann morgen irgendwo in der Bay Area liegen oder meinem Auto geht es wieder gut und ich fahr direkt Montag zur Werkstatt, die mir versicherte, dass die Nadel sich nie in den roten Bereich bewegen wird.
Nun geh ich erstmal schlafen!